Ich hatte in jungen Jahren ja eher von der Insel Goa geträumt. Dieser kleinste indische Bundesstaat an der Westküste – bekannte als für seine weißen Traumstrände und die koloniale portugiesische Bausubstanz, aber eben auch Reiseziel für junge Weltenbummler.

Ich dachte nun sofort an das Tja Mahal in Agra – den Ort, an dem der damalige Großkonsul im Zeichen seiner Liebe 1631 für seine verstorbene Liebe dieses Mausoleum errichtete.

*Wie romantisch*!

Oder an Rajasthaneine Palasttour durch eines der ursprünglichsten und farbenprächtigsten Gebiete ganz Indiens – Heimat der Maharadschas (Fürsten).

Traumziele Indiens für jeden Erwachsenen. Aber für uns?

2 Erwachsene mit  inziwischen – sagen wir mal – erweiterter Kernfamilie: 2 kleine Mädchen im Alter von 3,5 und gerade mal 5 noch mit im Gepäck.

Wir mussten unsere Reisewünsche überdenken. Ich mache es kurz. Kopfschüttelnde Gesellschaft, “das geht gar nicht”-Kommentare und eigene Zweifel ließen sich nur systematisch abbauen. Wir haben es gefunden. Das Reiseglück mit und ohne Kinder für Indien-Einsteiger. ICH NENNE ES INDIA-LIGHT.

 

Auf dahin wo der Pfeffer wächst!

 

Alphabetisierungsgrad, wirtschaftliche Entwicklung sowie der medizinische Netz und Infrastruktur waren für mich der Maßstab. Und wir wurden fündig:

 

KERALA – ein Bundesstaat an der Malabarküste im Südwesten Indiens.

Genau genommen linke Seite der Südspitze – ganz nah bei den Malediven (vor der Küste gelegen! Flugzeit 1 Std. 50, fast nichts, wenn man schon mal so nah ist).

Keralas Bevölkerung splittet sich hauptsächlich in Hindus, Moslems und Christen, wobei sich die Gruppen nicht richtig mischen und man erkennt von Viertel zu Viertel die religiöse Ausrichtung. Hier noch bunte Saris, dort schon die Minarette der Moscheen von denen zum Gebet gerufen wird und dort die eher vertrauten Kirchen und die  Kleidung der Christen, wenn auch nicht so freizügig, wie man es von uns kennt.

Es ist schon deshalb sehr vielseitig Kerala zu besuchen. Feine Strände, Teeplantagen, die Backwaters, Nationalparks – alles was man sich wünschen kann. Dazu später mehr.

Wir landeten nach kinderfreundlichen Stopp-Over in Doha/Katar in Cochin und hatten 2 Wochen Rundreise mit anschließenden Familienurlaub in Kovalam vor uns. Abflug sollte dann in  der Hauptstadt Keralas; in Thiruvananthapuram, kurz Trivandum genannt, sein.

Die Familie war hinreichend vorab geinft (Hepatitis A und B sowie Tetanus). Eine Malariaprophylaxe war im Reisegepäck verstaut und der europäische Darm auf Indien mit Hefen (Parentarol FORTE- freiverkäuflich in der Apotheke) vorbereitet.

In Kochi (Cochin) übernachteten wir im familienfreundlichen “Old Habour Hotel”*****

http://www.oldharbourhotel.com/eng/oldharbour_eng.html im Herzen des historischen Fort Cochin.(300 Jahre altes Gebäude)….Wir starteten den nächsten Morgen mit einem schönen Continetalen Frühstück und fuhren mit Guide und Taxi zum Fischmarkt des Fort Cochins. Siehe Foto 3. Die Kinder und wir staunten über die Chinesichen Fischernetze und den Fang. Weiter ging es zum Dutch Palace, zur jüdischen Synagoge im jüdischen Viertel in Mantancherry und St. Cruz Basilika. Zugegeben, der Fischmarkt und die Fischernetze hatten die Kinder mehr interessiert als die Kirchen und alten Gebäude, aber als sich die katholischen Mädchen der angrenzenden Elementary School auf dem Kirchplatz zur Frühgymnastik aufstellten, waren die Kinder wieder Feuer und Flamme. Indien Aerobic- very british, very cool. Gelächter und Spaß auf allen Seiten!

Hatte ich im Vorfeld doch überlebt, wie ich denn unauffällig Land und Leute und die wunderschönen Saris vor die Foto-Linse bekomme, ohne allzu aufdringlich zu sein, musste ich etwas lernen, was mich auf allen weiteren Fernreisen wiederholte.

Nicht die anderen sind exotisch, nein wir sind es….besser gesagt die Kinder!!!! Eine der wunderschönen Inderinnen im Sari fotografieren…unmöglich …erst mal die Kleinen zwischen vielen bunten Stoffen wiederfinden. Immer wieder bildeten sich Trauben von Frauen um die Kinder….die unglaublich gerne ein Foto mit uns haben wollten. Für mich Hobby-Fotografin ein Paradies.

Weiter ging es am übernächsten Tag in Richtung Munnar.

Munnar liegt in den höchsten Bergen Südindiens in den Kanan Devan Hills auf einer Höhe von 1.524 im Tea Valley und bot schon den Engländern die Sommerfrische.

Man hat eine spektakuläre Anfahrt mit herrlichen Aussichten und frischer Luft sagen die Reiseführer! Die Aussichten hat man in der Tat…aber die Luft braucht man auch…zumindest mit Kinder oder eben die entsprechenden Tüten und Globolis.

Klimawechsel von tropisch auf Sommerfrische, kurvig wie nirgendwo in den Alpen und dann die Höhenunterschiede, wo doch noch der Jetlag in den Knochen sitzt…….also man lässt sich besser etwas Zeit. Das haben wir dann auch getan und Elefanten beim Baden zugeschaut, usw. dann ging es besser!

Kurz vor Munnar nach einem weiteren Besuch einer Elefanten-Aufzucht-Anlage und einem Zoo (nicht empfehlenswert) stoppten wir an den Attukat Wasserfällen und kamen über eine für dt. Verhältnisse abenteuerliche Straße/Weg zu unseren schönen “Hotel Tea Valley”****”. http://teavalleyresort.com/

Es  liegt etwas außerhalb von Munnar direkt in den tiefgrünen Teaplantagen, was uns allmorgendliche mystische Bilder mit in den Bergen aussteigenden Nebelschwaden bot. Neben Pamyrusbäume stachen uns die vielen Weihnachtsterne allerlei anderen Pflanzen ins Auge, wie z.B. Moning Gloris, die jeden Floristen in Deutschland zu Begeisterungstürmen verleiten würde.

Nachteil dieses direkten Teaplantagen-Wohnorts – im Herbst endet die Regenzeit und alle Zimmer waren recht feucht, was nicht jedem Atemweg gut tut.

Ich habe mir deshalb zwei weiter Hotelanlagen angeschaut und war vom “Munnar Tea Country Resort” sehr angetan. Inzwischen sind noch weitere Resorts eröffnet worden. Eine weitere Alternative ist sicher das ***Sterne-Hotel “Abad Copper Castle Resort”, das fußläufig mit Anstieg von Munnar aus zu erreichen ist.

Von Munnar aus machten wir Ausflüge ins Tea-Museum  mit Tea-Manufactur (sehr interessant – auch für die Kids!) und Verkauf ab Werk (Souveniers, Souveniers!) sowie zum Mattupatty Staudamm und dem Echo Point. Und immer wieder Tea-Plantagen in denen offensichtlich tamilisch abstammende Frauen hart arbeiten. Ein weiteres Ziel von dort ist der erwanderbare Ervaikulam Nationalpark, den wir der Kinder wegen nur kurz angesteuert haben.
Dann ging es die lange kurvenreiche Straße des West-Ghads wieder runter in Richtung Kattayam am Rande des Vembanad-Sees.

Dort liegt der kleine Ort Kumarakom, wo wir uns im „Backwater Ripples Resort“, http://www.kumarakom.com/Backwater_Ripples_Kumarakom/index.html  uns ein gebucht hatten. Hier konnte man gut die Seele baumeln lassen….. mit dem TucTuc (siehe Bild 2) den Ort und Restaurants besuchen und auch hier waren die Kinder Türöfferner zu den Indern.

Mehrfach wurden wir eingeladen mit nach Hause zu kommen und auch unser TucTuc-Fahrer bat uns daheim seiner Familie zeigen zu dürfen.

Ergo, ein schöner, entspannter Ort zum Relaxen. Ausgangspunkt für unsere 2-tägige Fahrt mit dem Hausboot nach Alleppey (Alleyppeye), dem Venedig Indiens. Auf in die Backwaters.

Die Backwaters!

Ein weites System von 1900 Wasserstraßen also Kanälen, das in wir in Teilen im eigenen Hausboot durchfahren sind. Selten habe ich in unserer betriebsamen Zeit so viel Ruhe und Leichtigkeit empfunden, wie auf diesem dahin schwimmenden Haus. Ich dachte, jetzt kommt der anstrengenste Moment. Kinder und Boot. Das hast Du nicht im Griff, Manuela. ABER – die Kinder wurden gleich von der Crew mitversorgt. Babysitting frei Haus. Sie hatten sichtlich Freude daran selber mal zu steuern oder halfen in der Kombüse oder beim Angeln.

Ähnliche Ruhe findet man sicher auf einer Bootsfahrt durch die Kanäle in Nordfriesland (Holland) – buchbar über TUI Hausboote.

Von dort aus ginge es zu unserem letzten wirklichem Ziel: Kovalam

Unsere restlichen Tage zur Entspannung fanden wir im “Uday Samudra Leisure Beach & Spa Hotel” ****, das ich empfehlen kann. http://www.uds.co.in/

Über Kovalam sagt das REISE Know Kow: “Es ist immer die gleiche Geschichte…..vom Tropenparadies für Individualtouristen zur Massenabsteige des Pauschaltourismus.” Siehe Bild 4. Auch der Reiseführer relativiert das später  und so schlimm ist es wirlich nicht – kein Costa del Kovalam. Man spürt noch den Geist der Aussteiger, hier und da findet man Yoga-Schulen, . Strandcafès und Händler zaubern ein schönes Flair an der angelegten Promenade entlang der Lighthouse Beach. Dieser ist allerdings gepflastert von Shops und Hotels. Abends hat man von den Restaurants einen schönen Blick auf die Bucht und die heimgehrenden Fischer.

Nach den vielen indischen Eindrücken – ehrlich gesagt – so INDIAN LIGHT – kann der Seele auch ganz gut tun.

Am Wochenenden füllen dann hunderte Inderfamilien den Strand und man fühlt sich doch wieder wie mitten in Indien.

In der nächsten Bucht liegen die großen Hotelanlagen am schönen Samudra Strand, in der auch wir unseren Familienurlaub nach der Rundreise verbracht haben.

TIPPS:

  • Unbedingt sehen….ein Kathakali-Tanz (Tempeltänze zu Ehren der Götter und damit getanzte Geschichte aus uralten Hindu-Epen)…angeboten . z.B. im Kerala Kathakali Center in Cochin. Aufgrund der für Kinder recht gruseligen Masken und der Länge der Darbietungen mussten wir aber im o.a. Center und später im Resort aufgeführt, die Vorführungen abbrechen. ;-).
  • Besuch eines Gewürzgartens mit Führung
  • Varkala in der Nähe von Trivandum – Strand und Tempel
  • Weiterflug und Besuch der Malediven

Ganz egal wie Sie Indien bereisen wollen – als Paar, mit Familie, mit Freunden, vielleicht gar mit den Eltern. Wir finden gemeinsam die richtige Reiseart für Sie. Sprechen Sie mich an. Vielleicht liegen Ihnen geplante Gruppenreisen mit sportlicher Ausrichtung oder kultureller Ausrichtung – durchgeplant oder mit Freiraum. Sie suchen einen exquisiten Aufenthalt mit eigenem Fahrer und Guide? Es gibt viele Möglichkeiten ein fremdes Land für sich zu erkunden. Ich berate sie gerne und bleibe bei Ihren Reisen ihr direkter Ansprechpartner! Kontaktieren Sie mich. Ich freue mich auf Sie!

 

 

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